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Schadenfreiheitsklassen bei Motorradversicherungen

Die Schadensfreiheitsklasse bei der Motorradversicherung – auch SF-Klasse genannt – hat maßgeblich Einfluss auf die Höhe Ihrer Versicherungsprämie. Die Versicherer ordnen jeden Fahrzeughalter in eine SF-Klasse ein. Je länger Sie ohne Unfall fahren, desto höher ist Ihre SF-Klasse und desto niedriger ist Ihr Beitrag. So werden viele Jahre des unfallfreien Fahrens belohnt. Manche Fahrer mit einer hohen SF-Klasse leisten sich im Lauf der Zeit sogar ein schnelles Motorrad, das sie sich in jungen Jahren nicht angeschafft hätten. Was also müssen Sie rund um die Schadensfreiheitsklasse für Motorräder wissen?

Für welche Versicherung greift die SF-Klasse für Motorräder?

Die Schadensfreiheitsklasse für Motorräder gibt es für die Haftpflicht und für die Vollkaskoversicherung. Beide Versicherungen sind unabhängig voneinander, deshalb erfolgt auch die Einstufung des Motorradhalters in beiden Klassen separat. Bei der Teilkaskoversicherung gibt es keine SF-Klasse.

Wie funktioniert die Schadensfreiheitsklasse bei der Motorradversicherung?

Im Grunde ist die Einordnung in eine SF-Klasse sehr einfach. Mit jedem Jahr, das Sie Ihr Motorrad ohne Schaden fahren, werden Sie eine Klasse hochgestuft. Nach vielen Jahren des unfallfreien Motorradfahrens erreichen Sie die SF-Klasse 35. Das ist die höchste Klasse, Ihr Versicherungsbeitrag ist hier am niedrigsten. In einer hohen SF-Klasse bekommen Sie also den höchsten Rabatt auf Ihren Beitrag.

Berücksichtigt werden Zeiten, in denen ein Motorrad auf Ihren Namen angemeldet und versichert ist. Außerdem werden Sie nur dann im kommenden Jahr in eine bessere Klasse eingestuft, wenn das Motorrad im letzten Jahr mindestens sechs Monate ohne Unterbrechung auf Ihren Namen angemeldet war.

Was passiert bei einem Wechsel des Motorrad-Versicherers?

Sofern Sie Ihre Motorradversicherung wechseln, übernimmt der neue Versicherer Ihre bisherige SF-Klasse und stuft Sie entsprechend ein. Die Höhe des Rabatts kann von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich sein. Im Fall eines Wechsels sollten Sie darauf achten, die SF-Klasse bei der Anmeldung Ihres Versicherungsvertrags korrekt anzugeben. Wenn Sie unsicher sind, was Sie im Antrag auf Abschluss der Versicherung einzutragen haben, fragen Sie bei Ihrem Versicherer nach. Das ist besser, als nachträglich eine Korrektur der SF-Klasse durchzuführen.

Da sich der Beitrag für Ihre Versicherung nach der Höhe der SF-Klasse richtet, lohnt es sich, hier besonders sorgfältig vorzugehen und die richtige Klasse anzugeben. Sofern Sie bisher einen Motorroller oder ein kleines Kraftrad gefahren haben, das lediglich mit einem Versicherungskennzeichen zugelassen war, gibt es für Sie übrigens keine Schadensfreiheitsklasse.

Welche SF-Klassen bei der Motorradversicherung gibt es?

Im Prinzip hat jeder Versicherer die Möglichkeit, sein System der SF-Klassen nach Belieben festzulegen. Deshalb sind die Zahl der Klassen und vor allem die gewährten Rabatte nicht bei allen Gesellschaften einheitlich. Gerade deshalb lohnt sich ein Vergleich der Preise, wenn Sie einen neuen Vertrag bei einem Versicherer für Ihr Motorrad abschließen. So ist es möglich, allein aufgrund der SF-Klasse deutlich Geld zu sparen. Am besten fragen Sie direkt bei Ihrem favorisierten Versicherer nach und bringen dort in Erfahrung, welche Rabatte er für Ihre SF-Klasse gewährt.

Beispielhaft steht eine SF-Klasse acht zum Beispiel für einen Beitragssatz von 35 Prozent in der Haftpflicht und von 55 Prozent in der Vollkasko. Damit würden Sie acht Jahre lang unfallfrei fahren. Werden Sie lediglich in SF-Klasse sieben eingestuft, beträgt Ihr Beitragssatz in der Haftpflicht zum Beispiel 40 Prozent, in der Vollkasko hingegen weiterhin 55 Prozent.

SF-Klassen für Motorräder: Wie werden Anfänger eingestuft?

Wer noch niemals ein Motorrad auf seinen Namen zugelassen und versichert hat, wird in der Regel in die SF-Klasse 0 eingestuft. Hier liegt der Beitragssatz in der Haftpflicht und in der Vollkasko normalerweise bei 100 Prozent. Das bedeutet, dass Sie keinen Rabatt von Ihrem Versicherer auf den regulären Beitrag erhalten. So erklärt sich, warum Sie als Anfänger mehr bezahlen als ein Fahrer, der jahrelang unfallfrei unterwegs war.

Sofern Sie erst drei Jahre nach dem Ablegen der Führerscheinprüfung ein Motorrad anmelden, stuft man Sie bei vielen Gesellschaften übrigens in die SF-Klasse ½ ein. Damit liegt Ihr Beitrag in der Haftpflicht schon bei etwa 70 Prozent und in der Vollkasko bei rund 85 Prozent. Es lohnt sich also, nach dem Erwerb des Führerscheins eine Weile zu warten, ohne ein Motorrad auf den eigenen Namen anzumelden.

Was hat es mit dem Hochstufen der SF-Klasse bei Motorradfahrern auf sich?

Sofern Sie bei Ihrem Versicherer einen Schaden zur Regulierung anmelden, werden Sie im kommenden Versicherungsjahr in eine schlechtere Schadensfreiheitsklasse eingeordnet. Damit steigt Ihr Beitrag. Der Versicherer bestraft Sie also im Prinzip dafür, dass Sie einen Schaden von ihm bezahlen lassen. Deshalb lohnt es sich, kleine Schäden aus eigener Tasche zu zahlen und nicht über den Versicherer erstatten zu lassen. Dadurch bleibt Ihre SF-Klasse in Zukunft erhalten, und auch Ihre Beiträge steigen nicht aufgrund einer schlechteren Eingruppierung.

Fazit: SF-Klassen für Motorräder beeinflussen Ihren Versicherungsbeitrag maßgeblich

Durch die SF-Klasse für Ihr Motorrad nehmen Sie maßgeblich Einfluss auf die Höhe Ihres Beitrags. Je länger Sie schadensfrei fahren, desto besser ist Ihre Einstufung in eine SF-Klasse und desto größer ist der Rabatt des Versicherers. Damit wird umsichtiges Fahren belohnt, während junge und unerfahrene Fahrer durch einen höheren Beitrag an voraussichtlichen Schäden beteiligt werden. Die Systematik der SF-Klassen ist von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich, deshalb lohnt sich ein Vergleich der Beiträge.

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